Am vergangenen Mittwochabend organisierte die GLP Maur eine Ortsbegehung des bestehenden Feuerwehrdepots. Ziel war, live Argumente aufzuzeigen, warum die Räumlichkeiten nicht mehr genügen und ein Neubau hermuss. Und letzte Fragen vor dem Urnengang am 9. Juni 2024, wo über den Kredit für den Neubau des Bevölkerungsschutzgebäudes abgestimmt werden soll, zu klären.
Knapp ein Dutzend Interessierte fanden sich für diesen Lokaltermin im Feuerwehrdepot unter halb des Gemeindehauses in Maur ein. Feuerwehrkommandant Adrian Trüb führte durch alle Räumlichkeiten, erklärte, was man wo findet und was hier eben nicht, weil nicht alles Material hier mehr untergebracht werden kann. Teile der Ausrüstung stehen zum Beispiel in der Staubergasse und im Brünneli, das Theorielokal für den Samariterverein befindet sich in einem anderen Teil des Gemeindehauses. Es könne aber nur für sieben bis acht Aspiranten Kursunterricht gegeben werden, ein Raum für mindestens ein Dutzend wäre effizienter, erklärt Silvia Hürlimann vom Samariterverein. Adrian Trüb führte die Besucher in den Umkleidebereich, der mit den Gästen und den anwesenden Offiziellen gut gefüllt war. Wenn sich aber 58 Menschen – so viele hat die Feuerwehr Maur dato im Aufgebot – für einen Grosseinsatz umziehen müssten, wäre das Chaos perfekt. Ganz abgesehen davon, dass
die beiden Feuerwehrfrauen keinen Raum für sich haben.
Zu wenig Platz für alle
Essenziell ist aber die mangelnde Parkmöglichkeit für die Fahrzeuge, die im Fuhrpark sind und für die, die noch kommen; ganz zu schweigen von den Fahrzeugen der anderen beiden Organisationen Zivilschutz und Samariter plus diverse Anhänger und allem Material. GLP-Maur-Präsident Dirk Lohmann begründete nochmals das Ziel der heutigen Begehung, Leiter Liegenschaften Patrick Epper zeigte die Präsentation über das geplante Bauvorhaben
Bevölkerungsschutzgebäude, wie sie bereits am Informationsanlass am 11. März 2024 im
Loorensaal vorgestellt wurde. Die Pläne, wie sie schon bekannt sind seit Urnengang vom 27.9.2020, hingen mit den über die Jahre geforderten leichten Anpassungen an den Wänden des Depots. Gemeinderat Thomas Hügli, Ressort Sicherheit und Kultur, begründete ebenfalls sein Votum für das Projekt so, wie es geplant ist. Im Anschluss war Raum für Fragen. Und die kamen. Einige waren praktischer Natur. Was passiert mit den alten Räumen?
Antwort: Für die gibt es Nachnutzungspläne als Lagerräume und Garage, zum Beispiel für Schulbusse. Der Gemeinderat plant auch, Räume der Feuerwehr in ein noch zu erstellendes Gesamtkonzept für die Zentrumsentwicklung miteinzubeziehen. Wo geht das Material aus dem Brünneli hin? Antwort: Auch in den Neubau. Mit welcher Nutzungsdauer rechnet man bei dem Neubau? Antwort: 40 Jahre sind realistisch. Ob man das neue Gebäude umnutzen könne, wenn man in 20 Jahren feststellt, man hat zu wenig Feuerwehrleute. Antwort: Die seit 2022 gültige «Feuerwehr Konzeption 2030» hält fest, dass die Ortsfeuerwehren auch in Zukunft für die unverzügliche Intervention bei Bränden, Unfällen oder Elementarereignissen, wie Überschwemmungen oder Erdrutsche verantwortlich bleiben, bekräftigte Thomas Hügli. Das BSG wird also auch in Zukunft nicht überflüssig. Es sei aber wichtig, über neue Zusammenarbeitsformen nachzudenken, um den Sollbestand je derzeit zu besetzen und einsatzfähig bleiben zu können. Ideen, die in Fachkreisen breit diskutiert werden, sind z.B. eine fixe Tages- und eine Nachtequipe, Einsätze am Arbeitsort und nicht am Wohnort und viele mehr. Hat die Feuerwehr
Nachwuchsprobleme? Antwort: Im Moment gibt es 58 Angehörige der Feuerwehr (AdF) bei der Feuerwehr Maur, 55 müssten es nur sein, und es gäbe acht Jungfeuerwehrleute, die hoffentlich bleiben, wenn sie volljährig sind.